
Schweden 2008...oder ,"den Kopf nicht in den.... stecken"...!!!

Dieses Jahr sollte es weit ins Landesinnere gehen.Hedesunda,ca 130 Km nördlich von Stockholm, war unser Ziel.
Auf einem Campingplatz mieteten wir für die 2 bzw. 3 Wochen unsere Blockhütten..
Wie vor jeder Tour haben wir das Internet nach Infos und Berichten
über die "Gäddas" gesucht und natürlich gefunden.
Die Tage vor der Reise waren für alle die Hölle.Jede Nacht
träumten wir von den Meterhechten,die wir dort "natürlich"
reihenweise ins Boot befördern sollten.
Dieser Traum platzte aber ziemlich schnell,und holte uns auf den Boden der Tatsachen zurück.
Wir waren einfach zur falschen Zeit am richtigen Ort.
Cusack und Thomas waren schon eine Woche vor Krauthi und mir vor Ort.Wir telefonierten fast jeden Tag miteinander.
Leider gab es nur schlechte Nachrichten.Es lief sehr schleppend.Was zu fangen war,waren meistens kleine "Fritten"-oder
auch "Bananen",die aber auch hart erkämpft wurden mußten.

Das war ziemlich deprimierend...Was noch schlimmer war,die großen
Fische waren da,ließen sich aber auf keinerlei Weise
zum Beißen überreden.Riesige Brutfisch-Schwärme konnte man auf dem Echolot erkennen,und rings herum die riesigen
Sicheln,die man auch an den Kanten zum tiefen Wasser am Grund stehen sah.
Mit tief geschleppten Wobblern ließen sich dann doch einige Pikes
an den Haken locken,aber auch wieder nur mittlere größen.
Wir versuchten wirklich alles.Von einer Wassertiefe um 80 cm bis zu 12
m.jerken,schleppen,twitchen,jiggen,usw.Alle
Formen,Farben,Größen,-mit und ohne Rasseln-und selbst mit
Köderfisch ging nur wenig.
Cusack hat in den 3 wochen jeden befischeten Km mit GPS aufgezeichnet-und ist alleine auf eine Gesammtstrecke
von fast 400 Km gekommen !Beruhigend war dann aber Meinderts Aussage,der sich mit einem Guide unterhalten hatte,
daß im Umkreis von 200 Km in dieser Zeit keine großen
Hechte gefangen wurden.Wir mußten also das Beste daraus machen.


Was aber wunderbar funktionierte,war das" Vertikalen."

In Wassertiefen zwischen 2(!) und 8 m ging immer was.Natürlich auch wieder viel Kleinkram,aber auch
der ein oder andere "Bessere"-vorwiegend waren es kampfstarke(!) Zander.In den ersten Tagen knallte es alle paar Meter
auf die Gummis.Jeden Abend flog eine Hand voll zerbissener Gummis in
den Müll.Hätten wir jeden Biss oder Aussteiger ins Boot holen
können,wären wir nach1-2 Stunden locker im
zweistelligen Bereich gewesen.




Interessant war das Beißverhalten bei sinkenden Wassertemperaturen.Bei einer anfänglichen Temp. um 18,5 'C liefen
no-action Shads am besten.Selbst Minizander inhalierten die z.T."GROßEN" Gummis (Fin-S) brutal.Die
Farbe war eigentlich egal,wobei gedeckte Farben die meisten
Bisse brachten.Grün/braun/oder silber mit Kontrastfarben lief aber
am besten.

Bei einer Temp. um 14'C (innerhalb
2 Tagen gesunken) musste Druck her.Es gab zwar immer noch viele
Bisse,aber lange nicht mehr so aggressiv wie in den Tagen zuvor.Mein
absoluter Favorit war ab jetzt ein 12 er Gummi mit Schaufelschwanz ,der
aber mit einem Stinger bestückt werden mußte um die
feinen Bisse noch umzusetzten.

An einem winstillen Abend fingen wir kleine Lauben direkt am Steg.Diese wurden dann auf einen normalen Jighaken angeködert-
(die Fireballs lagen natürlich zuhause...) und an die "Tote Rute"
gehängt.Hat auch -zumindest an einem Abend- funktioniert.
Da sich die Pikes lieber auf´s Ohr gehauen haben,suchten wir
natürlich nach anderen Möglichkeiten den Fischen auf den Pelz
zu rücken.Etwa 13 Km entfernt lag ein kleiner Ort Namens
"Gysinge"-ein fantstisches Salmonidengewässer in göttlicher
Natur lag dazwischen.Es war schon ein klasse Anblick...4 "Fliegengreenhorns" mit der Fliegenausrüstung zwischen
den Schwedischen Pros...Trotzdem konnten ein paar wunderschöne Bafo´s und Regenbogner-und natürlich die
allgegenwärtigen Barsche gelandet werden.



Als absolutes Highlight haben wir uns noch einen Lachsfluss vorgenommen.
Älvkarleby hieß der Ort.Auch wieder wunderschön und vor allem vollgepackt mit riesigen Salmoniden.

Dort waren die Gesetzte schon etwas härter.Mind.40 er Monofil war Pflicht.Geflochtene Schnur verboten.Auch die
Schenkel der Drillinge mußten einer bestimmten Größe entsprechen.
Da wir eine Strecke von ca 50 Km zu fahren hatten,klingelten
die Wecker schon gegen 4.30.Um 5.00 war Abfahrt,und gegen 6.00 waren wir da.
Ein wahnsinniges "Fressgelage" der Riesensalmos ertwartete uns.Uberall sprangen riesige Fische aus dem Wasser.
Ob unser Tackle das überhaupt mitmachen würde...Spinnruten mit Wurfgewichten bis 100gr.-dazu normale
Stationärrollen mit 40er Mono bespult...die Schweden angelten dort mit langen schweren Ruten+Multirolle...??
Wie schon erwartet ging aber nix an die Ruten.Wieder war es ein schwedischer Fliegenfischer,der uns zeigte wo der Hase
(oder besser der Lachs) lang lief.Es gab verschiedene Methoden den
Fischen nachzustellen.Die beste war wohl das Fliegenfischen.Wir
fischten mit der Spinnrute und großen Blinkern...
Die Preise für die Tageskarten waren der Hammer.120Kr.für Gysinge und 160Kr.für Älvkalelby.
Wenn man bedenkt,daß man Hierzulande nicht mal an einem "Forellenpuff"so günstig
angeln darf,war der "Schneider" in dieser herlichen Natur ein absolutes Geschenk.

Wettertechnisch war es ein auf und ab.Cusack und Thomas waren wie erwähnt schon eine Woche vor
uns in Hedesunda.Heftiger Wind und Regen machten ein vernünfiges Angeln fast unmöglich.
Die nächsten 10 Tage waren schon o.k.Wir konnten morgens und abends jeweils für 2-3 Stunden angeln-und fingen
unsere "Fritten",Zander und Barsche.Morgens war es meistens windstill,so daß die erste halbe Stunde bis Stunde
dem Jerken gewidmet wurde und anschließend noch geschleppt b.z.w vertikal gefischt wurde.
Die letzten 2 Tage vor der Abreise sollten eigentlich noch mal Hardcorefishing-Tage werden.
Leider machte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung.Der Nedre
Dalälven zeigte sich von seiner ungemütlichen Seite.

Nachdem wir unsere Boote noch relativ gut auf die Trailer gebracht hatten,(GFK-Bomber) fuhren
zwei ääähhhh....wahnsinnige Angler raus und kenterten
mit ihrem leichten Aluboot .Glücklicherweise ist es bei nassen
Klamotten
und verlorenem Tackle geblieben.








Natürlich ist auch zu
erwähnen,daß wir alle mit Familie vor Ort waren-und 24
Stunden Hardcore-angeln nicht drin war...
Trotzdem gab es keinen Schneidertag-die Menge stimmte schon.(wenn auch
die Größe der Fische nicht nach unseren Erwartungen war)
Aber shitt happens.
Beim nächsten mal werden wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein...he,he...
Grüzi Perch