
-Schweden mal anders-
mit "Ami-Rig"zum Zandergig
Eine klasse Woche liegt hinter uns.Wir,der Looser und ich + Familie, waren
vom 17-24 Oktober am Asnen in Südschweden.
Geplant war,einige Pikis zu überlisten -die Betonung liegt auf "war".
Ziemlich schnell merkten wir,daß die Hechte wohl Besseres zu tun hatten,
als diesen bunten Dingern aus Holz,Blech und Gummi zu folgen.
Nach der ersten Schneidertour am Anreisetag bekamen wir
auch noch die Info der Vermieterin,daß sie noch nie einen Herbst erlebt hatte,
in dem so wenig Raubfisch gefangen wurde.Die gute Frau ist mitte 60...(geschätzt)
Klasse Aussichten für die kommenden Tage...
Wir mussten umdenken.
Kai hatte mir aus seinem letzten Urlaub GPS-Koordinaten gegeben,worunter eine Stelle
war,die harten Boden hatte und bis auf 9m steil abfiel.Der See ist im Durchschnitt 4-5m tief
und sehr schlammig,bis auf die einzelnen "Kieselsteinchen",die plötzlich und aus dem
Nichts,über 5 Meter Wassertiefe den Bootrumpf küssten.Die Steine sind nicht markiert
und in dem kupferfarbenen Wasser nicht zu erkennen.Wir haben einige davon gefunden :-)
Zum Glück hat´s die Schraube unbeschadet überstanden.
Also versuchten wir es am nächsten Tag auf Zander.Es dauerte auch nicht lange,bis die ersten
Stachelritter an der Leine hingen.Bisse und Aussteiger gab´s reichlich.Wir waren in einen
Zanderkindergarten geraten.Die Durschnittsgröße ließ zu wünschen übrig.
Wobei es uns ehrlich gesagt egal war.Schweden,Wasser und Ruhe...dann auch noch
gezuppel an der Rute...was will Man(n) mehr ?

Zwischendurch gab´s immer wieder Jerk.-und Schleppeinlagen in allen erdenklichen
Wassertiefen.Die Hechte waren da ! Aber nix zu machen.
Das Ziel,Hechte zu fangen ließen wir zwar nicht fallen,Zielfisch war aber nach zwei Tagen
der Zander.Schließlich waren wir in Schweden um Fische zu fangen.
Dropshot,Vertikalen und Jiggen hieß die Devise (erst mal).Dabei konnten wir feststellen,
daß die Gummis bräunlich sein mussten und nicht größer als 10 cm sein durften.
War der Köder größer oder die Farbe passte nicht,blieben die Bisse aus.Ich muss noch
erwähnen,daß wir aus Platzgründen keinen E-Motor dabei hatten und die einzige Driftbremse
ein IKEAtüten-Driftsack war (funktioniert übrigens perfekt).
Ab mitte der Woche wurde es schwieriger.Auf DS ging fast nichts mehr.Die Brüder brauchten
Aktion.Jiggen oder "pilk-ähnliches" Vertikalen brachte noch Bisse,wenn man überhaupt noch
von Biss reden darf.Der "Biss" kam auch nicht in der Absinkphase,sondern beim anlupfen.
Viel Fische waren von außen-am Bauch-gehakt.Ein Zeichen dafür,daß sich
die Zander einfach auf den Köder gelegt haben !Auf dem nächsten Bild gut zu erkennen.

Trotzdem ließen wir uns nicht entmutigen.Flexibel sein und Mut zum Unerprobten
kann ich nur sagen und wiedermal bestätigen.
Ein wenig Hoffnung,vielleicht doch noch einen Pike zu erwischen,zeigten nach einem
kurzen Anfasser beim Jiggen,die Bissspuren auf einem Gummi.Nach meinem Urteilungsvermögen
nur ein Schniepel.
Mittlerweile hatten wir die Stelle gewechselt.Durchschnittlich 7 Meter Wasser war unter uns.
Weicher Boden...nicht perfekt für die Zander ?!? Das Echolot brachte uns dafür
eine nasse Hose ! Ich hab schon Einiges gesehen,aber was da auf dem Bildschirm zum Vorschein
kam war der Hammer.Das Echo hatte Stellenweise Probleme zwischen Boden und Fisch zu
unterscheiden.Schwarzer Bildschirm...alles Fisch.Dicke Echos am Boden und im Freiwasser.
Hier nur ein Beispiel...


Da muss doch was gehen...
Schleppen in verschiedensten Variationen,von der Oberfläche bis zum Grund.
Jiggen im Freiwasser...usw.
NO PIKE !
Wieder den Zandern auf der Spur.
Freitag Morgen,es sabbelte ein wenig,überlegten wir beim Kaffee,was wir heute machen sollten.
Erst mal Frühstücken.Haben wir übrigens in der gesammten Woche so betrieben.
Kein Stress,Kaffee und ein paar Stündchen -im Durchschnitt 4 Stunden- Fischen.
Nachdem wir uns mit Kaffee und leckerem Frühstück gestärkt hatten,ging´s
raus.Die letzte Tour,nach einer bescheidenen aber schönen Woche.
Völlig frei und ohne Erwartungen.
Der Haken an der Sache...es war unser letzter Tag und die verdammten Säcke hatten Hunger !!!
Die ersten beiden Driften waren so,wie wir es am Anfang der Woche erleben durften.
Hier und da ein Biss,ein Zander oder Barsch-haben wir natürlich auch gefangen...

"Lass doch mal experimentieren" schoss mir durch den Schädel.Looser hatte den Gedanken
schon einige Tage vorher...Ein Ami-Rig an die Hauptschnur,
mit ne´m stingkigem Keitech-Gummi kombiniert,und ab dafür.Erster Wurf,zwei Kurbelumdrehungen,
BÄNG...der erst Stachlige an Bord.Bestimmt nur Zufall.Zweiter Wurf,eine halbe Umdrehung...BÄNG...
Als tote Rute ließen wir mit DS gepimmpt und irgendwelchen Japangummis die Köder kurz über
Grund schleifen.Erkenntiss war...es kommt auf jeden cm an.Georg fischte relativ weit über dem Blei.
Ca.40-50 cm.Ich fischte 20-30 cm.darunter.Wir erwischten einen Schwarm,und ich konnte in Kürze
(es waren Minuten) 3 Zander überlisten,wobei Georg nicht einen Zuppler hatte.
Georg hatte aber schon gut vorgelegt.6 zu 3 stand es.Oder 4 zu 2..is auch Schnuppe.
Beide konzentrierten wir uns weiter auf das Ami-Gedönse und erlebten 3 Sternstunden.
Insgesammt konnten wir 31 Fische landen.Viele Kleine,aber auch ein paar der besseren Sorte.
Bisse und Aussteiger zähl ich nicht mit...es war pervers !
Besonders haben wir uns über den einzigen Pike gefreut.
Ich hau an dieser Stelle einfach ein paar Bilder rein...










Der Wind weht...die Mütze sitzt...oder auch nicht...

Zander an der Oberfläche...musste die wasserdichte Digi testen...(leider etwas unscharf)

und von unten...

Es gab auch größenwahnsinnige Zander.Der nächste war nicht gehakt,sondern hat sich
lediglich eine Maulsperre verpasst...






Der Herbst stand voll in der "Blüte"





geil...oder ?
Fazit dieses Urlaubs :
Nicht auf eine Sache oder Fisch fixieren,flexibel sein und Mut
zum Neuen haben.
Es war anders als erwartet,aber keineswegs schlechter.
Gruß
Perch und Looser